Osterturnier flieht in den Sommer

lautern-bernDas Osterturnier ist Geschichte: Fallendes Niveau der Spiele und sinkende Zuschauerzahlen haben den FV Olympia Laupheim dazu bewogen, die seit 47 Jahren an Ostern ausgetragene Jugendfußballveranstaltung künftig im Sommer auszurichten – an zwei statt drei Tagen mit nur noch sechs statt acht Mannschaften.

Als fester Termin ist das letzte Wochenende vor den Sommerferien vorgesehen, nächstes Jahr also der 23. und 24. Juli. „Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen. Es war kein Schnellschuss“, sagt Turnierleiter Hermann Schick. Vor allem folgende Aspekte hätten den Ausschlag für eine Verlegung gegeben:

Sportliche: „Im Gegensatz zu früher haben die Jugendlichen der Bundesligaklubs heute fast jede Woche schwierige Verbands-, Pokal- und Auswahlspiele zu bestreiten. Da sind die Trainer froh, wenn sie ihre Spieler über die Feiertage mal schonen können“, sagt Hermann Schick. Die Folge: Es hagelte zuletzt Absagen fürs Laupheimer Turnier oder die namhaften Vereine schickten ihre Dauerreservisten oder zweiten Garnituren. „Im Sommer stecken die Teams in der Saisonvorbereitung. Die Turniere sind ein wichtiger Baustein im Vorbereitungsplan der Trainer, die Spieler sind motiviert, weil sie sich einen Stammplatz in der A 1 sichern wollen“, hofft Schick.

Das Wetter: Regen, Schnee, Kälte: Das war zuletzt Petrus‘ bevorzugter Klimaplan fürs Osterturnier. Für den Sommer gibt‘s zwar auch keine Sonnen-Garantie, aber wärmer ist’s allemal – und folglich angenehmer für die Zuschauer. Auch die Platzverhältnisse, für die die Olympia von den Teilnehmern immer häufiger gescholten wurde, dürften weitaus besser sein, zumal das Spielfeld in der Sommerpause geschont werden kann. Außerdem gibt es mehr Möglichkeiten für ein attraktiveres Rahmenprogramm. Und: Immer mehr Verbandsspiele, die zu Rückrundenbeginn witterungsbedingt ausfallen, werden an Ostern nachgeholt. Diese Konkurrenz kostet Zuschauer.

Das Geld: Trotz reger Beteiligung der regionalen Wirtschaft ist das Osterturnier finanziell nicht auf Rosen gebettet. Die Kürzung um zwei Gastmannschaften bedeutet geringere Ausgaben.

Tradition kontra Zukunft

„Vor allem die älteren Mitglieder im Verein drängten aus traditionellen Gründen darauf, wenigstens bis zum fünfzigsten Turnier am Ostertermin festzuhalten“, erklärt Schick. Er und sein Organisationsteam sind aber davon überzeugt, dass gerade die Verlegung in den Sommer die Zukunft des Turniers auch über das fünfzigste hinaus sichert: „Das Turnier soll danach ja nicht sterben.“

Olympia-Vorsitzender Heinz Schwarzkopf sieht‘s mit einem weinenden Traditionalisten- und einem lachenden Rationalistenauge: „Wir geben den Ostertermin ungern auf. Aber wir gehorchen der Not und stehen hinter der Entscheidung. Der Turnierleiter ist am engsten dran an den Vereinen und kennt deren Vorstellungen am besten.“

(Bericht: Reiner Schick, Schwäbische Zeitung Laupheim vom 12. Oktober 2010)