Osterturnier-Ball rollt erst im Sommer

(Bericht: Schwäbische Zeitung vom 21.4., Roland Ray)

„Du bist momentan bestimmt im Stress“, sagen die Leute in diesen Tagen mitfühlend zu Hermann Schick. Ostern ist Osterturnierzeit in Laupheim. Seit 47 Jahren kämpfen A-Jugend-Fußballer aus aller Welt über die Feiertage im Olympiastadion um den Jupp-Schwarzkopf-Gedächtnispokal, und seit 2005 heißt der Turnierleiter Schick. Er ist es gewohnt, in der Karwoche die Ärmel hochzukrempeln.

Dieses Jahr jedoch ist alles anders. Das Turnier 2011 wird nicht an Ostern, sondern am 23. und 24. Juli ausgetragen. Auch künftig soll der Ball im Sommer rollen, jeweils am Wochenende vor Ferienbeginn. „Wir haben uns das gründlich überlegt“, sagt Hermann Schick. Man wolle die Zugkraft des Turniers steigern, die zeitliche Verlegung biete Vorteile.

Erstens: Im Juli bereiten sich die Mannschaften auf die neue Saison vor. „Alle Spieler wollen in ihrem Verein zur ersten Garnitur gehören, also legen sie sich ins Zeug“, kombiniert Schick. Mehr Motivation lasse attraktiven Fußball erwarten, das soll Zuschauer anlocken.

Zweitens: Turniere an Ostern und Pfingsten sind heute bei den Vereinen nicht mehr so gefragt wie früher. In der Saisonvorbereitung aber gelten sie als wichtiger Baustein.

Drittens: Über Ostern werden immer mehr Nachholspiele in den Fußballligen angesetzt – das kostet das Osterturnier Zuschauer.

Viertens: Im Sommer ist es wärmer, die Olympia kann bessere Platzverhältnisse gewährleisten.

Geändert hat sich nicht nur der Termin, sondern auch der Modus. Das Turnier dauert künftig zwei statt drei Tage, sechs Mannschaften (bisher acht) spielen durchgängig pro Partie zwei mal 30 Minuten.

Und wie heißt das Osterturnier (wie es der Volksmund landauf, landab nennt) im Sommer? Die offizielle Bezeichnung lautet jetzt „Internationaler U 19-EnBW-Cup“. Der Energieversorger ist neuer Hauptsponsor, zunächst für ein Jahr.

Fünf von sechs Mannschaften für 2011 stehen bereits fest: In Laupheim treten an Bröndby IF Kopenhagen (im Finale 2010 unterlegen), der 1. FC Kaiserslautern, 1860 München und – eine Premiere – die A-Junioren des mit Macht in die erste Bundesliga strebenden FC Augsburg.

Nach guter Tradition dabei ist außerdem der Nachwuchs des Gastgebers FV Olympia. Der sechste Verein hat seine Teilnahme telefonisch bestätigt, die schriftliche Zusage steht noch aus. „Es ist ein Team aus Spanien“, verrät Hermann Schick.

Gespielt wird im Juli um den siebten Jupp-Schwarzkopf-Pokal. Den sechsten hat der griechische Club Skoda Xanthi FC im vergangenen Jahr nach dem dritten Turniersieg endgültig behalten dürfen.