Derber Dämpfer für die Olympia

Geschrieben von gli.

Verbandsliga Samstag, 15. September

SSV Ehingen Süd - FV Olympia 4:1 (2:0)

Der FV Olympia Laupheim hat das Derby in der Fußball-Verbandsliga beim SSV Ehingen-Süd mit 1:4 (0:2) verloren.
Die Laupheimer fielen dadurch in der Tabelle auf Rang zehn zurück. Den Ehrentreffer für die Olympia besorgte Simon Dilger mit seinem vierten Saisontor.

Selbst eingefleischte Fußballfans mussten sich an diesem späten Samstagnachmittag gleich mehrmals die Augen reiben: Sage und schreibe 850 Zuschauer wollten ein Verbandsligaspiel sehen und die Olympia trat im neuen, völlig ungewohnten roten Auswärtstrikot an. Und zum Schluss fuhr die Mannschaft mit einer verdienten 1:4-Klatsche die zwölf Kilometer zurück nach Laupheim.

"Wir haben heute nicht das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben", sagte ein enttäuschter Laupheimer Trainer. Auch Hubertus Fundel war nach den zwei Siegen zuvor mit großer Zuversicht nach Kierchbierlingen gefahren. "Wir wollten hier schon etwas mitnehmen." Fundel hatte mit Robin Biesinger und Jonas Dress zwei Linksfüße auf die Außenbahn gestellt und neben dem urlaubsbedingt fehlenden Fabian Ness auch zunächst auf Alexander Schrode verzichtet. Ehingen-Süd, das sich nach zwei Niederlagen in Folge keine weitere Pleite auf eigenem Platz leisten konnte und wollte, spielte dagegen in gewohnter Formation. Coach Michael Bochtler musste weiterhin auf vier verletzte Stammspieler verzichten. "Für uns war es wichtig, dass wir nach den verlorenen Spielen wieder gewonnen haben und uns so wieder stabilisieren können." Wohin die Reise mit dem neuen Tabellendritten der Verbandsliga geht, wusste Bochtler auch nicht eindeutig zu beantworten. Zu einem so frühen Saisonzeitpunkt sei dies auch schwer zu beurteilen.

Das gilt auch für Olympia Laupheim. Dennoch ist der Aufsteiger mit sechs Punkten aus fünf Partien, darunter drei Auswärtsspiele, noch im Soll. "Allerdings müssen wir noch konstanter werden", sagte Fundel. Heute hat der SSV jedenfalls völlig verdient gewonnen."

Barwan verwandelt Eckball direkt

Ein entscheidender Faktor des Spiels waren die beiden ersten Tore des Gastgebers. Nach 25 Minuten waren sich Laupheims Keeper Julius Lense und Abwehrchef Mathias Wesolowski nicht einig. Die lachenden Dritten waren Hannes Pöschl, der zunächst aber per Kopf die Latte traf, den Abstauber nutzte Semir Telalovic ebenfalls per Kopf zur Führung der Kirchbierlinger. Kurz vor dem Pausenpfiff erhöhte Timo Barwan auf 2:0. Mit einem Treffer, der auch nicht mehr so oft vorkommt. Barwan verwandelte einen Eckball von links direkt. Erneut sah Lense nicht gut aus, zudem hatte Dario Nikolic offensichtlich vergessen, das kurze Eck zuzumachen.

So ging der Gastgeber mit breiter Brust in die Kabine, auch weil der Gegner sich nicht eine echte Torchance erspielen konnte. Laupheim wechselte zweimal aus, änderte das Spielsystem und versuchte, den Druck zu erhöhen, doch es ergab sich nur mehr Ballbesitz. Zwingende Torchancen der Blau-Weißen in Rot blieben aus. Ehingen-Süd spielte weiter auf Abwarten und erzielte durch einen schönen Kopfball von Stefan Hess den dritten Treffer. Allerdings kam der Verteidiger völlig freistehend zum Kopfball.

Die Partie war nach einer Stunde gefühlt entschieden, auch weil Robin Biesinger mit Gelb-Rot vorzeitig den Platz verlassen musste. "Ich habe die zweite Szene nicht genau gesehen", wollte Fundel dies nicht bewerten. Nur zwei Minuten später konnte die Olympia zwar auf 1:3 durch Dilger verkürzen. Über Dominik Ludwig und den eingewechselten Narcisio Filho kam der Ball in den Strafraum und der Laupheimer Torjäger hatte keine Mühe einzuschieben. Mehr war aber nicht in Sachen Offensive bei Laupheim. Kaum bis gar nicht kam die Mannschaft in die gefährliche Zone. "Die Durchschlagskraft war bei uns heute eindeutig das Manko neben einigen groben Fehlern im Abwehrverhalten", fasste Fundel zusammen.

Mit dem SKV Rutesheim gastiert am kommenden Samstag wieder eine ganz andere Mannschaft in Laupheim. In der vergangenen Saison nur über die Relegation dringeblieben, steht der Verein jetzt auf Platz zwei.

„Wir waren vielleicht etwas überrascht, dass wir das Spiel machen mussten, das ist uns in der Verbandsliga bislang noch nicht passiert. Zudem haben wir uns natürlich sehr dumme Gegentore eingefangen. Das müssen wir einfach besser verteidigen und ein direkt verwandelter Eckball geht gar nicht. Wir müssen das Spiel aufarbeiten und dann nach vorne schauen.“

Stimmen zum Spiel

Torwart Julius Lense (Olympia): „Die ersten beiden Tore nehme ich auf meine Kappe. Das 1:0 war der Knackpunkt der Partie, wenn das nicht fällt, wird das Spiel anders laufen. Das war kein Rückschlag, aber nach den beiden Siegen zuletzt schon ein Dämpfer. Ich brauche jetzt noch den Sonntag, um das zu verarbeiten, ab Montag beginnt die Vorbereitung auf das nächste Spiel.“

Timo Kästle (SSV-Verteidiger, früher bei Olympia Laupheim): „Wir haben vorher gewusst, dass Laupheim sehr kompakt stehen wird, deshalb war es für uns ein schwieriges Spiel. Der verwandelte Eckball von Timo Barwarn war der Knackpunkt im Spiel. Ein Sieg gegen den früheren Verein ist umso schöner, ich kenne ja noch alle bei Laupheim.“

Semir Telalovic (SSV-Angreifer, Torschütze zum 1:0): „Es war ein schweres Spiel mit viel Kampf. Beim 1:0 war nicht so wichtig, dass ich das Tor geschossen haben, wichtig war, dass wir in Führung gegangen sind. Wir sind ganz klar auf drei Punkte gegangen und es ist uns gelungen, sehr kompakt zu stehen. Der Sieg war sehr wichtig.“

Filip Sapina (SSV-Mittelfeldspieler, Torschütze zum 4:1): „Laupheim hat eine gute Mannschaft, das hat man auch in den vergangenen Wochen gesehen, deshalb wussten wir, was auf uns zukommt. Es war ein schwieriges Spiel für uns, aber am Ende hatten wir den größeren Willen. Über mein erstes Saisontor freue ich mich, aber eigentlich ist unwichtig, wer trifft, wenn die Mannschaft gewinnt. Der Sieg war gerade nach den zwei Niederlagen in der Liga sehr wichtig. Im Vergleich zum Spiel eine Woche zuvor gegen Leinfelden-Echterdingen haben wir läuferisch und kämpferisch mehr gezeigt und sind viel geschlossener aufgetreten.“

Quelle: SZ Michael Mader