Olympia steigt auf, Mietingen noch nicht ab

Geschrieben von gli.

Landesliga, Mittwoch, 30. Mai

Durch einen mühsamen 2:0 (0:0)-Erfolg im Derby gegen den SV Mietingen hat sich der FV Olympia Laupheim vorzeitig die Meisterschaft in der Fußball-Landesliga gesichert.

Die Tore für den künftigen Verbandsligisten erzielten vor der Rekordkulisse von 830 Zuschauern in der Schlussphase die beiden Einwechselspieler Hieu Trung Doan und Fabian Ness. Der SV Mietingen kann den Klassenerhalt durch zwei Siege in den beiden ausstehenden Spielen gegen den VfB Friedrichshafen und den FV Ravensburg II und Schützenhilfe der Konkurrenz noch schaffen.

Es war wie nach einem Pokalfinale: Die einen tanzten auf dem Platz, überschütteten sich mit Bier und Sekt, sangen und zogen sich schließlich auch die obligatorischen, extra angefertigten T-Shirts an. Die anderen kauerten auf dem Boden, saßen auf der Bank, starrten in den Himmel oder schüttelten immer wieder den Kopf. „Diese Niederlage haben wir nicht verdient“, sagte ein sichtlich bedienter Mietinger Trainer Reiner Voltenauer. „Wir haben in der zweiten Halbzeit trotz Unterzahl die besseren Chancen und gehen dennoch mit leeren Händen nach Hause“, stellte Voltenauer immer wieder die Frage nach dem Warum.

Eine schnelle Erklärung fand der SVM in Schiedsrichter Steve Henriß aus Geislingen, der kurz nach der Pause den Mietinger Abwehrspieler Patrick Klaus nach einem taktischen Foul an der Mittellinie vom Platz gestellt hatte. Klaus hatte schon nach 20 Minuten Gelb gesehen, als er den Laupheims Torjäger Simon Dilger umgesäbelt hatte. Dilger musste nach diesem Foul wegen einer Muskelverletzung ausgewechselt werden. „Dieser Wechsel hat uns sicher ein wenig aus dem Rhythmus gebracht, dennoch bin ich sehr glücklich, dass die Mannschaft in den Schlussminuten noch den Sack zugemacht hat“, freute sich Hubertus Fundel sehr mit und für sein Team.

Glückliches Händchen

Der Laupheimer Trainer war zu diesem Zeitpunkt schon mit mehreren Bierduschen seiner Spieler bedacht worden. Wieder hatte Fundel mit seinen Einwechslungen ein glückliches Händchen bewiesen. „Ich hatte schon eine Vorahnung, das Hieu heute trifft.“ Der Abwehrspieler der Laupheimer war mit einem mustergültigen Pass von Ivan Vargas Müller bedient worden und schlenzte den Ball an Jens Müller vorbei ins Netz. Das ganze Laupheimer Team rannte auf Doan zu, auch Keeper Julius Lense spurtete über den gesamten Platz, um den 27-Jährigen zu herzen. „Da gab es kein Halten mehr, der Titel war zum Greifen nah“, sagte Lense. Der Torwart hatte durch Glanzparaden in Durchgang zwei vor allem bei zwei Großchancen von Mietingens Stürmer Robin Ertle sein Team auf der Meisterroute belassen. „Wenn ich eine der Chancen mache, kann das Spiel noch kippen“, war natürlich auch Ertle sehr enttäuscht, zumal der SVM nicht nur kämpfte, sondern auch immer wieder den einen oder anderen spielerischen Akzent setzte. Dennoch wolle man jetzt gegen Friedrichshafen und Ravensburg noch einmal alles reinhängen und dann sehen, was dabei rauskommt. Im Übrigen wird Robin Ertle in Mietingen bleiben – auch in der Bezirksliga.

Team bleibt zusammen

Bleiben wird in Laupheim das gesamte Team, sofern bei Ivan Vargas Müller in den kommenden Wochen noch berufliche Dinge geklärt werden können. „Ivan will und wir wollen“, sagt Patrick Seidel, Sportlicher Leiter der Olympia. Eine Entscheidung werde zeitnah fallen. Bemerkenswert, dass kein Spieler die Olympia verlässt. „Das ist genau das, was uns auszeichnet. Der Teamspirit hat uns in dieser Saison stark gemacht“, beschreibt Julius Lense einen der Gründe, warum der Olympia der sofortige Wiederaufstieg in der Verbandsliga geglückt ist. „Wir haben hart dafür gearbeitet und am Ende auch dafür belohnt, auch wenn es in den letzten Spielen etwas holprig war“, betonten Mathias Wesolowski und Simon Hammerschmied, die sich beide in dieser Saison zu Leistungsträgern entwickelt haben und schnell wieder zu den Kollegen zum Feiern und Party machen zurückwollten.

FV Olympia Laupheim - SV Mietingen 2:0 (0:0). FVO: Lense - Biesinger, Wesolowski, Topolovac, Dress - Hegen (71. Haug), Schrode, Hammerschmied (71. Doan), Ludwig (64. Steinle) - Vargas Müller, Dilger (21. Ness). SVM: Müller, Mast, Klaus, Burry, Stumm - Glutsch, gashi (70. Rolser), Rodloff (80. T.Kühner), Glaser, Ertle - Bösch (73. Mayer). Tore: 1:0 Doan (83.), 2:0 Ness (90.+3). SR: Henriß (Geislingen). Z.: 830.

Quelle: SZ Michael Mader