Ausgerechnet Kittel

Geschrieben von gli.

Landesliga Samstag, 28. April

FV Olympia Laupheim - TSV Berg 0:1. (0:1)

Der FV Olympia Laupheim hat das Spitzenspiel der Fußball-Landesliga IV gegen den TSV Berg mit 0:1 im eigenen Stadion verloren. Das Ergebnis stand bereits zur Halbzeit fest. Den entscheidenden Treffer erzielte ausgerechnet der Ex-Laupheimer Arne Kittel.

Dass diese Szene in der 22. Minute die spielentscheidende werden sollte, glaubte zu diesem Zeitpunkt niemand unter den 350 Zuschauern (Saisonrekord in Laupheim), höchstens die größten Optimisten im Lager des TSV. Bis dahin und auch danach bis zum Pausenpfiff durch den guten Schiedsrichter Michael Hieber aus Ellwangen spielte sich die Partie zwischen den Strafräumen ab. Ein Spiel ohne echte Torszenen. Die einzige blieb eben dieser Treffer der Gäste. Kittel nutzte den zweiten Abpraller aus fünf Metern, als der TSV das einzige Mal gefährlich im Laupheimer Strafraum auftauchte.

Das gelang dem Gastgeber vor dem Seitenwechsel nicht. Die Stürmer Simon Dilger und Ivan Vargas Müller hingen in der Lauft, bekamen kaum einen verwertbaren Ball, weil sich die Mannschaften schon im Mittelfeld spätestens auf den Füßen standen. „Wir hatten im ersten Durchgang keinen Druck nach vorne“, sagte Laupheims Kapitän Sascha Topolovac. „Wir haben uns in der neutralen Zone aufgerieben.“ Das sollte erst in Durchgang zwei besser werden. Aber auch Berg hatte Schwierigkeiten, den Ball in die gefährliche Zone zu treiben.

„Es war das erwartete intensive Spiel mit einem glücklichen Ausgang für uns“, erklärte Torschütze Kittel. Für den 27-Jährigen, seit dieser Saison in Diensten der Berger, war es doch ein besonders Spiel. „Natürlich war das heute keine normale Partie. Ich bin fast in die falsche Kabine gelaufen und habe viele alte Freunde getroffen.“ Kittel spielte neben Andreas Kalteis in der Spitze bei den Gästen, viel weiter vorne als zuletzt bei Laupheim. „Ich musste mich erst an die Spielweise hier gewöhnen, aber jetzt bin ich in Berg angekommen.“

Vor der Pause hatte sich der TSV den Vorsprung noch verdient, in der zweiten Halbzeit spielte nur noch Olympia Laupheim, drängte gleich nach dem Wechsel auf den Ausgleich, hatte durch Vargas Müller und Dilger auch drei gute Möglichkeiten. Nach 60 Minuten hatten erneut Dilger und im Nachschuss Fabian Ness das 1:1 auf dem Fuß. Zwei Minuten später hatte die Olympia Glück, als ein abgefälschter Freistoß von Sabrin Sburlea an den Pfosten des Laupheimers Tores klatschte. Keeper Julius Lense konnte dem Ball nur verdutzt nachschauen. Das war’s dann mit den Chancen der Gäste in Durchgang zwei. Zu schlampig wurden mögliche Konter vertändelt.

Laupheim dagegen kam fast im Zweiminutentakt zu guten Möglichkeiten, doch erneut der starke Dilger (75., 80.) oder Julian Haug (84.) vergaben. Zweimal Aluminium und ein gut aufgelegter Torwart Tobias Ullrich im Berger Kasten verhinderten Treffer für die Olympia. „Es war fast wie Bayern München gegen Real. Uns hat heute die Effektivität gefehlt“, sagte ein enttäuschter Laupheimer Trainer Hubertus Fundel. „Solche Chancen musst du halt auch machen, sonst wird es schwierig.“ Aber es herrschte keineswegs Weltuntergangsstimmung im Laupheimer Lager. Man hatte ein Spiel unglücklich verloren, bleibt aber dennoch Tabellenführer – jetzt allerdings punktgleich mit den Gästen aus Berg. „Wir haben hier sehr, sehr glücklich einen Sieg geholt“, fasste TSV-Coach Oliver Ofentausek zusammen. „Laupheim hätte mindestens ein Unentschieden verdient gehabt und hat gezeigt, warum es oben steht.“

Dennoch feierte Ofentausek die drei Punkte. „Das gibt uns Mut und Selbstvertrauen für die kommenden Wochen und prophezeite: „Wenn alles normal läuft, werden wir uns in der neuen Saison in der Verbandsliga wiedersehen.“ Dazu trug auch die Nachricht vom 1:1 des FV Weiler beim SV Mietingen bei, der dort zwei wertvolle Punkte im Aufstiegsrennen liegen ließ.
Quelle: SZ M. Mader

Auf dem FuPa-Video sehen Sie neun Chancen des FV Olympia, von Berg dagegen nur vier. Klicken Sie hier

Fotoreportage von Otto Marx

Die zahlreichen Zuschauer erlebten in der Halbzeitpause einen besonderen Auftritt. Der offene Chor des Sängerbundes Laupheim und Alt-Olympianer haben in einer Uraufführung die "Olympia-Hymne" Blau und Weiß.. live gesungen und  zumindest damit gepunktet. (Das traditionelle Vereinslied gibt ab sofort auf CD)