"Kein vorentscheidender Charakter"

Geschrieben von gli.

Landesliga Samstag, 28. April 156.30 Uhr

FV Olympia Laupheim - TSV Berg

Im Topspiel der Fußball-Landesliga kann am Samstag, 15.30 Uhr, schon eine kleine Vorentscheidung im Titelrennen fallen.

Im Laupheimer Olympiastadion treffen der Spitzenreiter FV Olympia Laupheim und der Tabellenzweite TSV Berg aufeinander. Michael Mader hat im Vorfeld mit Laupheims Cheftrainer Hubertus Fundel gesprochen.

Herr Fundel, alle fiebern diesem Spiel entgegen. Sie auch?

Fiebern ist zu viel gesagt, weil es eines von 32 Spielen der Saison ist und auch nur drei Punkte zu vergeben gibt. Nicht mehr und nicht weniger. Aber ich freue mich auf dieses Spiel.

Messen Sie dem Spiel vorentscheidenden Charakter bei oder sagen Sie: ein Spiel wie jedes andere?

Nein, ein ganz klares Nein. Das Spiel hat keinen vorentscheidenden Charakter. Wir haben noch inklusiv dieser Partie neun Spiele zu spielen. Sollten wir gewinnen, ist noch nichts gewonnen. Sollten wir verlieren, aber auch noch nichts verloren. So einfach ist das.

Sie spielen zu Hause und sind Favorit. Nehmen Sie diese Rolle an?

Ich denke nicht, dass wir der Favorit sind. Berg ist ja die einzige Mannschaft, die uns bislang geschlagen hat in dieser Saison und darauf werden sie bauen. Allerdings bin ich auch der Meinung, dass in Berg der größere Druck herrscht als bei uns. Die Mannschaft muss offensichtlich aufsteigen. Zumindest habe ich beim Hinspiel diesen Eindruck gewonnen.

Die meisten Trainer haben einen Matchplan, verraten Sie uns ein wenig davon?

Ein wenig schon. Klar ist, dass wir uns nicht auf einen offenen Schlagabtausch einlassen dürfen wie im Hinspiel. Wir müssen unser Spiel mit Köpfchen und weniger mit negativen Emotionen spielen, dürfen dabei aber die Leidenschaft nicht aus den Augen verlieren.

In Berg haben Sie mit 1:2 die bislang einzige Saisonniederlage kassiert. Wurmt das heute noch?

Nein, das wurmt mich nicht mehr. Wir haben das Spiel analysiert und versucht, aus den Fehlern zu lernen und sie abzustellen. Das ist uns bislang auch ganz gut gelungen. Das Spiel an sich ist abgehakt.

Im Hinspiel gab es auch einige unschöne Szenen – auch verbale Dispute zwischen Ihnen und Kollege Ofentausek. Spielt das noch eine Rolle?

Das spielt keine Rolle mehr. Auch ich habe gelernt, dass ich mich nicht emotionalisieren oder gar provozieren lasse. Wir werden sachlich bleiben und jederzeit den Kopf einschalten.

Ihre Mannschaft hat aktuell einige Verletzungsprobleme. Wie sieht es da aus, kommen einige Spieler zurück?

Nein, es kommt keiner zurück. Wir vertrauen der Mannschaft, die in den vergangenen Wochen erfolgreich gespielt hat. Wir haben noch weitere acht Spiele und die verletzten Spieler werden noch in der Endphase dieser Saison wichtig werden für uns.

Sie haben in der Vergangenheit immer wieder betont, dass die Olympia nicht zwingend aufsteigen muss, doch nach dem bisherigen Saisonverlauf kann man doch eigentlich gar kein anderes Ziel mehr haben, oder?

Doch, es ist für mich immer noch so, dass die Entwicklung der Mannschaft im Vordergrund steht. Wir schauen von Spiel zu Spiel, auch wenn es abgedroschen klingt. Wir versuchen, in jedem Spiel das bestmögliche Ergebnis herauszuholen. Das heißt nicht immer drei Punkte. Das Projekt Olympia steht im Vordergrund. Aber sollten wir am Ende da stehen, wo wir jetzt stehen, nehmen wir das gerne als Herausforderung für die kommende Saison an. Aber es hat nicht erste Priorität. Das gilt nach wie vor.

Was macht denn eigentlich den FV Olympia Laupheim im Frühjahr 2018 aus? Oder anders gefragt: Was hat sich seit dem Abstieg aus der Verbandsliga vor knapp einem Jahr verändert?

Wir haben jetzt ein Team auf dem Platz. Das war damals bei Weitem nicht so. Die Einstellung der Spieler hat sich komplett verändert. Jeder läuft und kämpft für den anderen und versucht, Fehler des anderen auszubügeln. Klingt pathetisch, ist aber so. Es macht mir richtig Spaß, dies zu beobachten und mit der Mannschaft den nächsten Schritt zu gehen.

Mit Alex Schrode hat ein wichtiger Spieler schon verlängert, andere wie Simon Dilger haben noch Vertrag. Wird es diesen Sommer große Veränderungen im Laupheimer Kader geben – unabhängig von der Ligazugehörigkeit?

Aktuell ist es so, dass bis auf zwei Spieler die Verhandlungen abgeschlossen sind – im positiven Sinne. Die Spieler werden bei uns bleiben. Bei den zwei angesprochenen sieht es auch gut uns, die endgültige Entscheidung wird wohl bis Mitte Mai fallen. Insgesamt wird es im Sommer aber schon Veränderungen geben, im gesamten Verein. Bei der U23 wird es ja mit Niko Liolios und Georg Depperschmidt eine neues Trainergespann geben und wir werden sicher dann auch den einen oder anderen neuen Spieler nach Laupheim holen. Da laufen auch schon die Gespräche.

Quelle: SZ Michael Mader